27. September 2009Review & Trailer “Martyrs”
Bewertung: 9,5/10 Sterne
Orginaltitel: Martyrs
Filmlänge:95min
Erscheinungsjahr: 2008
Drehort: Frankreich
Regisseur: Pascal Laugier
Schauspieler:
* Morjana Alaoui : Anna
* Mylène Lampanoi: Lucie
* Jessie Pham : Lucie (als Kind)
Handlung:
Der Film lässt nichts anbrennen und beginnt gleich mit der Flucht eines schwer misshandelten Mädchens, die ersten Bilder lassen niemanden kalt und macht sofort das hohe Niveau des Films deutlich. -cut-
Ein Video zeigt Aufnahmen der Kindheit der schwer traumatisierten Lucie, die ihren Peinigern entkommen konnte und sich nun in einer speziellen Einrichtung für psychisch „angeschlagene“ Waisenkinder befindet.
Lucie ist dort sehr zurückgezogen. Ihrer Zimmerkameradin Anna gelingt es allerdings nach und nach eine Freundschaft zu ihr aufzubauen. Obwohl etwas Zeit vergeht schweigt Lucie noch immer über ihre Vergangenheit. Die Polizei versucht über Anna an wichtige Informationen zur Klärung der Geschehnisse zu kommen.
Dem Zuschauer wird noch einmal eindrücklich klargemacht unter welch enormen Störungen Lucie noch immer zu leiden hat…
15 Jahre später. Der Film beginnt nun erst wirklich und wird den Zuschauer der sich von der Atmosphäre hat gefangen nehmen lassen ständig aufs Neue überraschen…
(Ich empfehle ausdrücklich sich NICHT weiter über den Inhalt zu informieren, da ihr Euch sonst einen unheimlich gelungenen Film zerstört)
Meinung:
Der Film ist ein ausgezeichneter Horror-Thriller mit starken psychischen Abgründen.
Wen hier kein kalter Schauder trifft, der ist entweder bedrohlich stark abgestumpft, weiß genau was ihn erwartet oder konnte sich einfach nicht auf den Film einlassen. Ich empfehle den Film alleine zu gucken oder mit Leuten, die sich auf solche Filme einlassen können ohne die verschlingende Atmosphäre zu zerstören.
Der Film ist aber ganz ausdrücklich nicht für Leute mit schwachen Nerven geeignet und wirklich nicht für Jugendliche unter 18Jahren.
Meiner Meinung nach ist der Film ein erneuter Beweis für die erstklassige Qualität französischer Horrorfilme (Reviews zu Frontière(s) und High Tension folgen bald).
Die Handlung kommt mit wenig Action aus, hat aber viele gut inszenierte Spannungsbögen, eine erstklassige Atmosphäre mit eindrucksvollen Bildern, viele Überraschungen und spielt brachial durch ohne künstliche Erleichterungsmomente zu schaffen. Der Zuschauer muss die Augen verschließen oder den Pausenknopf drücken, wenn er oder sie der konsequent brachialen Bilderflut der Geschehnisse entkommen will, denn hier wird kein noch so schreckliches Bild der eigenen Vorstellungskraft überlassen.
Den einzigen halben Stern Abzug den man dem Film umstrittener Weise geben kann ist die Motivation die hinter all den Greueltaten steht, die zwar einfallsreich, aber vielleicht zu realitätsfern ist. Ausserdem bin ich kein Freund exessiver Folterei, aber das ist Geschmackssache und verursacht nunmal auch Entsetzen…
Fazit:
Wahnsinnig intensiver Psycho-Horror-Thriller mit beeindruckender Ehrlichkeit in Bild und Ton.
Wer diesen Film nicht zu schätzen weiß,
der hat keinen Anspruch
und guckt lieber Scheiß!
9,5/10 Sterne
Trailer:

