Archiv

Artikel Tagged ‘eden lake’

Vergleich “Eden Lake” – “Timber Falls”

8. September 2009 Tommy Keine Kommentare

Beide Filme habe ich erst vor kurzer Zeit gesehen, daher dachte ich es wäre passend die beiden Filme zuerst zu reviewen und danach einen Vergleich anzustellen. Zur Information: “Timber Falls” wurde 2007 gedreht, “Eden Lake” 2008.

 

Ort des Geschehens:
- Eden Lake: Großbritannien, nähe London
- Timber Falls: USA, West Virginia

 

Konfliktsituation:
- Eden Lake: Reicher Stadtmensch vs. eher armes Landei
- Timber Falls: Sündiger Heide vs. (fanatisch) religiöser Waldbewohner

 

Realitätsbezogenheit:
- Eden Lake: Durchaus real möglich, wenn auch eher in abgeschwächter Form
- Timber Falls: Z.B. durch den entstellten Deacon, den “Wunsch” von Ida und Clyde, den extra angelegten Keller viel fiktiver als “Eden Lake”

 

Horror-Klischees:
- Eden Lake: Höchstens das verliebte Pärchen
- Timber Falls: Ein entstelltes Narbengesicht, ebenfalls das Pärchen

 

Blut-Effekte:
- Eden Lake: ziemlich realistisch (was den Film umso schockierender macht)
- Timber Falls: Eher unrealistische, für Horror-Filme typische Blutszenen

 

Die Guten:
- Eden Lake: Im Vergleich zu “Timber Falls” unsympathisches Pärchen (gilt nur für mich persönlich)
- Timber Falls: Sympathisches Pärchen (liegt auch vllt. dran, dass mir der weibliche Part besser gefällt)

 

Die Bösen:
- Eden Lake: Englische, gewalttätige Jugendliche (Paige und Brett sehen für mich aus wie typische engl. Hooligans)
- Timber Falls: selbsternannte Gotteskrieger und Rednecks

Review “Eden Lake”

7. September 2009 Tommy Keine Kommentare

Cover Eden Lake

Bewertung: 9 / 10 Sternen

Originaltitel: Eden Lake
Erscheinungsjahr: 2008
Produktionsort: Großbritannien
Regie: James Watkins
Schauspieler:
• Kelly Reilly (Jenny)
• Michael Fassbender (Steve)
• Jack O’Connell (Brett)
• Finn Atkins (Paige)

 

Handlung
Steve und Jenny, ein verliebtes Pärchen aus London, reisen am Wochenende zum Zelten aufs Land an einen See, der nur noch kurze Zeit für die breite Öffentlichkeit zugänglich sein wird, da dort eine geschlossene Wohnanlage errichtet werden soll.

Am See angekommen, machen es sich die beiden gemütlich, doch die Ruhe der beiden wird prompt durch eine Gruppe ortsansässiger Jugendlicher gestört, die mit dröhnender Musik und einem unangeleinten Rottweiler am See aufmarschieren. Steve versucht die Gruppe zur Ruhe zu bringen, doch die Jugendlichen verspotten ihn nur.

Diese Beleidigungen sollten erst der Anfang des Terrors sein, denn am nächsten Tag werden Steve und Jenny unbemerkt ihre Wertgegenstände entwendet, darunter auch der Autoschlüssel. Könnte man zu diesem Zeitpunkt noch von einem „kleine Jungs Schabernack“ sprechen, wendet sich das Blatt als die beiden fast von den Jugendlichen in ihrem gestohlenen Auto überfahren werden.

Nachts lauern Steve und Jenny den Jugendlichen auf und fordern ihr Eigentum zurück, doch es kommt zu Handgreiflichkeiten, in denen der Hund des Anführers Brett durch einen dummen Zufall ums Leben kommt. Aufgrund des Schockmoments kann das Pärchen die Autoschlüssel erhaschen und flüchtet.

Erst kurz nach der Flucht wird Brett klar, dass es ein Fehler war die beiden davonkommen zu lassen. Prompt nimmt die Gruppe die Verfolgung auf und wird kurze Zeit später fündig, da Steve einen Unfall hatte und eingeklemmt am Steuer fest hängt, Jenny gibt er vorher den Auftrag Hilfe zu holen.

Aus Angst selbst erwischt zu werden, versteckt sie sich die ganze Nacht im Dickicht und macht sich morgens auf die Suche nach ihrem Freund. Sie findet ihn mit Stacheldraht angekettet und blutüberströmt, während die Jugendlichen sich beraten was zu tun ist. Der Anführer Brett drängt seine Kumpels dazu Steve zu foltern, damit er nicht als Alleinschuldiger da steht, Paige, die einzige Frau in der Clique, filmt das ganze per Handy.

Doch Jenny bleibt nicht unentdeckt und es kommt zur tödlichen Hetzjagd… gibt es für die beiden noch Hoffnung?

 

Meinung
Eins ist klar: In „Eden Lake“ kommt niemals Langeweile auf. Selbst die anfängliche Idylle wird so dargestellt, dass der Zuschauer sich nicht langweilt und nur auf blutige Szenen wartet.
Die Spannungskurve beginnt recht früh zu steigen, da der Konflikt zwischen den Erwachsenen und den Jugendlichen ziemlich schnell klar wird. Doch der „Jung vs. Alt“ Konflikt steht meiner Meinung nach gar nicht im Vordergrund, sondern eher das „Reicher Städter vs. Armes Landei“ Problem. Schon zu Beginn des Films ist z.B. auf dem Plan der geschlossenen Wohngemeinschaft mit Graffiti „Fuck off, Yuppie Cunts“ zu lesen.

Der Konflikt spitzt sich rasant und es wird schnell klar, dass die Jugendlichen mehr als einen kleinen Streich spielen wollen. Die treibende Kraft dazu ist ihr Anführer Brett, der die anderen fast schon zwingt sein grausames Spiel mitzuspielen. Schon bald ist es zu spät einen Rückzieher zu machen, was Brett nutzt um die anderen immer weiter voran zu treiben. Aufgrund des Gruppenzwangs spielen natürlich alle mit.

Um nicht zuviel vorweg zu nehmen: Gegen Ende des Films kommt es noch zu einer sehr traurigen und einer sehr schockierenden Szene, die aber irgendwie sein müssen, da Filme, die total glatt für jeweils eine Partei verlaufen, langweilig sind.

Was mich allerdings am Film stört ist die Rolle des Steve, der ruhig etwas rabiater gegen die Jugendlichen hätte vorgehen können, anstatt den Platz eines totalen Softies einzunehmen. Doch soviel sei gesagt: Seine Frau lässt sich nicht so leicht unterbuttern.

Ansonsten enthält der Film zwar keine großen Splatter-Orgien, ist aber aufgrund der Tatsache, dass eine solche Situation wegen der Verrohung der Jugend kein Ding der Unmöglichkeit ist, trotzdem recht schockierend was seine Gewaltszenen angeht.

 

Fazit
Ein sehr spannender, mitreißender und schockierender Film, der so ähnlich sogar Wirklichkeit geschehen könnte, was er aber hoffentlich nie der Fall sein wird.

 

Trailer


 Eden Lake bei Amazon.de kaufen (DVD)